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Funkelndes: Mein Bericht zum Thema Bergkristall


Aus dem Reich der Feen

Ebenso wie der Amethyst gehört auch der Schmuckstein um den es hier geht zur Gruppe der Quarze mit seinen vielen Farben.  Diese farblose, durchsichtige Quarzform wird als Bergkristall bezeichnet. Um keinen anderen Stein ranken sich so viele Legenden, Märchen und Sagen.

Im Altertum glaubte man, Bergkristalle seien versteinertes Eis und so wurde schon im alten Rom berichtet: Jedenfalls wird er nur gefunden, wo der Winterschnee stärkste Kälte bringt, demnach muss er aus Niederschlägen und reinem Schnee entstehen.
Diese Ansicht wurde auch bis ins 17. Jahrhundert hinein wissenschaftlich vertreten.
Und die Bezeichnung Kristall galt auch Jahrhunderte lang nur für den Bergkristall.


 

Sagen und Märchen ranken sich um den Bergkristall. Wohnt nicht auch Andersens Schneekönigin in einem Kristallpalast?
Feen und Elfen sollen dem Volksglauben früherer Jahrhunderte nach im Innern der Berge in Palästen aus funkelndem Bergkristall gewohnt haben.

In den Alpen gibt es auch heute noch Bergkristallvorkommen. Gesucht und gefunden werden sie in den unzugänglichsten Regionen von den Strahlern, einer Zunft mit langer Tradition.

Als Schmuckstein, Deko und zur Herstellung von Gebrauchsmaterial diente der Bergkristall schon den alten Ägyptern. Schminkgefäße und Schalen aus diesem Material, auch in Verbindung mit Gold verarbeitet, fanden sich bei Ausgrabungen.
Zu Zeiten der alten Römer weihte Kaiser Augustus auf dem Kapitol den damals bekanntesten und größten Bergkristall. Von Kaiser Nero ist überliefert, das er am liebsten aus Bechern trank, die aus Bergkristall hergestellt wurden.
Bergkristall wurde als Brennglas benutzt, „richtiges“ Glas gab es ja noch nicht.
Und aus was glaubt Ihr wohl, waren die Kugeln der Wahrsagerinnen? Richtig, Bergkristall.

Natürlich wurden auch dem Bergkristall heilende Kräfte und Zauberwirkungen zugeschrieben. Helfen soll er bei Bluthochdruck, Kreislaufstörungen, Verdauungsproblemen, Arterienverkalkung und Bandscheibenleiden.
Er soll das Nervensystem entspannen, Stresssymptome lindern und Geist und Körper mit neuer Energie versorgen.

Der Bergkristall war sozusagen Das Viagra des Mittelalters.

Bergkristall kommt oft mit haarfeinen Einschlüssen anderer Mineralien vor. Diese Einschlüsse sehen sehr dekorativ aus und werden als Venushaar bezeichnet.

Auch im Rhein wurden Bergkristalle gefunden. Wie das möglich war? Nun, über Jahrtausende trägt das Wasser Gestein und Mineralien ab und nimmt es mit auf seinen Weg. Im Rhein gefundener Bergkristall ist abgerundet und hat die Form von Kieseln. Daher auch sein Name: Rheinkiesel.

In heutiger Zeit wird Bergkristall oft als Kette mit rund geschliffenen Steinen angeboten. Einzelne, größere Kristalle sehen toll als Dekoration aus. Seltener sind die Steine in Facetten geschliffener Form erhältlich.



So, das war mein Bericht über den zauberhaftesten der Quarze. Ich hoffe, ich konnte Euch einige neue Erkenntnisse vermitteln.

 
 
©andrea lutz 1999 - 2006