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Landschaften: Mein Bericht zum Thema Baden-Württemberg


Wir können alles...

 
 

...außer hochdeutsch.

Der Tourismusverband Baden-Württemberg und sein Präsident, Wirtschaftsminister Walter Döring, sind am Wochenende in Leipzig mit einer hohen Tourismus-Auszeichnung, dem Skal Award, geehrt worden. Baden-Württemberg sei mit rund 40 Millionen Übernachtungen im Jahr ein «Motor» im bundesdeutschen Tourismus, sagte die Präsidentin des Nationalen Skal Komitees, Inge Tenné, bei der Preisverleihung. Der Südweststaat sollte mit seinen vielfältigen Tourismusaktivitäten Ansporn auch für andere Bundesländer sein.

Diese Meldung inspirierte mich zu meinem nachfolgenden Bericht, in dem ich ein wenig auf meine Wahlheimat Baden-Württemberg und deren Urlaubsregionen eingehen möchte. „Ein wenig“ deshalb, weil es unmöglich ist, alle Gebiete und Sehenswürdigkeiten in einem Bericht abzuhandeln. Um ins Detail zu gehen, wären schon einige Bücher notwendig.

Das Musterländle im Süden der Republik hat knapp 36.000 km2 Fläche, die von ca. 10,5 Millionen Einwohnern bevölkert wird.
Entstanden ist das drittgrößte deutsche Bundesland im Jahre 1952 durch den Zusammenschluss der ehemals eigenständigen Länder Baden, Württemberg und Württemberg-Hohenzollern. So, das in Kürze zur Entstehungsgeschichte.

 
Urlaub im Ländle

Baden-Württemberg hat für (fast) jeden Urlaubswunsch die richtige „Ecke“. Ob Aktiv-Urlaub, kuren und relaxen oder einfach nur die Beine in den Bodensee baumeln lassen. Die Schwabenmetropole Stuttgart mit dem weltberühmten Ballett-Ensemble und vielen Museen lockt den Kunstinteressierten. Und auch Karlsruhe, die Fächerstadt hat kunsthistorisch einiges zu bieten.
Den höchsten gotische Kirchturm der Welt findet man in Ulm und in Pforzheim, das weltweit als DIE GOLDSTADT gilt, wird auch heute noch das Handwerk der Gold- und Silberschmiede ausgeübt. Hier werden übrigens auch Goldschmiedekurse für Laien angeboten.
 
In Freiburg beginnt der „deutsche Frühling“. Hier ist die wärmste Stadt Deutschlands. Der höchste Schwarzwaldberg, der Feldberg (1495 m) lockt im Sommer die Bergwanderer und im Winter die Skitouristen an. Viele Kurorte, allen voran das immer noch etwas mondäne Baden-Baden laden zur Kur ein und passend zum Baden-Badener Flair lockt Iffezheim mit seinen Pferderennen die High Society an.

Tief in Schwaben lohnt sich ein Ausflug zum sagenumwobenen Schloss Lichtenstein, dem Wilhelm Hauff einen ganzen Roman gewidmet hat. In dieser Gegend kommen auch die Liebhaber von Höhlen auf Ihre Kosten. Allen voran die größten: Nebel- und Bärenhöhle. Wunderschöne Tropfsteingebilde säumen den Weg durch die Höhlen, die man mit einem sachkundigen Führer begehen kann. Gleich neben der Bärenhöhle liegt ein kleiner Freizeitpark, das Traumland an der Bärenhöhle.
In dieser Gegend liegt auch Schloss Hohenzollern, das bei einem Baden-Württemberg-Besuch ein absolutes MUSS ist. Übrigens der Zollerngraben verläuft hier auch, er sorgt ab und zu für kleinere Erschütterungen im beschaulichen Schwabenleben. Wie war das gleich? Wir können alles, außer hochdeutsch. Dem füge ich noch hinzu:

  Lichtenstein

Dank Zollerngraben können wir sogar Erdbeben! (Wobei das nicht unbedingt sein muss).

Deutschlands größter Freizeitpark, der Europapark bei Rust in Baden lockt in der warmen Jahreszeit tausende von Besuchern täglich an. Durch seine Lage im „Dreiländereck“ nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich, Österreich und der Schweiz.
Außer dem Europa-Park könnt Ihr in BW noch folgende weitere Freizeitparks besuchen:
den Schwabenpark in Welzheim/Gmeinweiler,
den Schwarzwaldpark Löffingen,
den Steinwasen Park,
das Ravensburger Spieleland,
das Traumland an der Bärenhöhle und
Tripsdrill

In Kehl verbindet die Europabrücke Deutschland mit Frankreich. Einmal lang hinfallen und du bist in Strassburg.
Hier trennt Vater Rhein Deutschland von Frankreich. Ein idealer Tummelplatz für Wassersportler. Vom Rhein geht’s geradewegs in den Bodensee.

Dort locken romantische Städtchen wie Meersburg, wo ich unbedingt einen Besuch im Haus von Anette von Droste-Hülshoff. (Geb. 10. Januar 1797 Schloss Hülshoff bei Münster). Sie lebte seit 1841 bis zu ihrem Tod am 24. Mai 1848 in Meersburg am Bodensee.
Auch Schloss Meersburg ist immer einen Besuch wert (versäumt nicht euch die Folterkammer anzusehen).
Von Meersburg aus ist es ein Katzensprung mit dem Schiff zur Blumeninsel Mainau. Auch das ist ein MUSS, wenn man am Bodensee Urlaub macht.

In Friedrichshafen können Luftfahrt-Freaks das Zeppelin-Museum besuchen. Und wer genügend Kleingeld mitbringt, der kann auch eine Fahrt im Luftschiff mitmachen.

Wem der Europapark nicht gereicht hat, der kann noch das Ravensburger Spieleland besuchen.
Und wer seinen wohlverdienten Urlaub nur auf dem Wasser verbringen möchte, schifft sich am Bodensee ein und fährt den Rhein hinauf bis zur Nordsee.

Begeben wir uns aber nun vom Bodensee weg, weiter ins Landesinnere. Heidelberg, romantisch am Ufer des Neckars gelegen ist sicher für alle ein Begriff. Das Schloss steht für viele Nichtdeutsche als Inbegriff er Romantik. Als ich noch zur Goldschmiedeschule ging, sind wir öfters am Wochenende nach Heidelberg gefahren und haben das Schloss mit Bleistift oder Kohle skizziert. Diese Zeichnungen haben wir dann für ca. 20,00 bis 50,00 DM an Touristen verkauft. Sie gingen weg wie warme Semmeln und das war ein toller Verdienst für arme Schüler.

Wenn wir schon bei Heidelberg sind, sollte auch die alte Universitätsstadt Tübingen nicht unerwähnt bleiben. Hölderlin verbrachte hier lange Zeit seines Lebens. Der Hölderlin-Turm gibt noch heute Zeugnis davon.

In Maulbronn steht die größte zusammenhängende Klosteranlage nördlich der Alpen. Hier findet ein wunderschöner Weihnachtsmarkt mit mittelalterlichem Ambiente statt. Das Kloster Maulbronn zählt übrigens zum Weltkulturerbe. Auch das sollte hier nicht unerwähnt bleiben und in Freudenstadt befindet sich der größte Marktplatz Deutschlands, ausgestattet mit wunderbaren Wasserfontänen.

Da wir gerade bei Rekorden sind:

In Calw ist die Fa. Perrot beheimatet. Sie bauten im Jahr 2000 die weltweit größte Außenuhr. Die Gesamtfläche der in verschiedenen Städten in Brasilien aufgestellten Spezialuhren beträgt 8m * 10m. Der Durchmesser der Weltkugel, die das Zifferblatt darstellt ist 6m. Allein der Sekundenzeiger hat eine Länge von 3,20m. Zusätzlich ist eine Jubiläumsanzeige angebracht, die die Anzahl der Tage rückwärts zählt bis zum 500. Jahrestag der Entdeckung von Brasilien (Zahlenhöhe 60cm). Designed wurde das Kunstwerk von dem in Brasilien lebenden und dort landesweit bekannten Hans Donner. Bevor mir Klagen kommen: Die Beschreibung der Uhr habe ich der Website der Firma Perrot entnommen, deren Design und Programmierung von mir stammt.

So, das oben Stehende kann nur ein kurzer Streifzug durchs Land sein. Es gibt noch viel zu entdecken.
Wenden wir uns nun der zweitwichtigsten Sache des Lebens zu, dem

Essen und Trinken

Baden-Württemberg ist ein Land der Genießer. Die Küche hat einen sehr guten Ruf und das zurecht. Vollkommen blödsinnig wäre es, ausgerechnet während eines Baden-Württemberg-Urlaubs eine Diät zu machen. Vergesst es, ihr haltet sie nicht durch. Zu vielfältig sind die Verlockungen aus Küche und Keller!

In Schwaben häufen sich die Spätzle (die echten, handgeschabten) auf dem Teller und die Maultaschen wollen auch nicht links liegen gelassen werden.

Die badische Küche ist eleganter, nicht so bodenständig wie ihr schwäbisches Pendant. Hier merkt man die Nähe zum Elsass.
Badischer Rehrücken ist eine weltbekannte Spezialität und wer kennt nicht die Schwarzwälder Kirschtorte?
Badischer und Württemberger Wein haben einen guten Ruf und auch Bierbrauereien gibt es zuhauf. Kirschwasser und Himbeergeist tun ihr übriges dazu, den Alkoholspiegel in die Höhe zu treiben.
Apropos Alkohol, kommen wir zum

Verkehr

Baden-Württemberg verfügt über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz. Sowohl Autobahnen als auch gut ausgebaute Landstraßen sind reichlich vorhanden. Mit Bus und Bahn ist so gut wie jeder, auch der abgelegenste Schwarzwaldbauernhof zu erreichen. Und das Radwegenetz kann sich sehen lassen.

Fazit

Es gäbe noch soviel mehr zu berichten.  Ich habe in diesem Bericht nur das beschrieben, was ich kenne, bzw. wo ich selbst schon gewesen bin.

Ich hoffe, Euch einen kleinen Einblick in die Vielfalt meiner Wahlheimat gegeben zu haben.
Und wer weiß, vielleicht treffen wir uns mal in meinem Ländle.

Liebe Grüsse Euch allen, von der „Exilhessin“ Andrea

 
 
©andrea lutz 1999 - 2006