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Landschaften: Mein Bericht zum Thema Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer


Ein schönes Stückchen Erde...

 
 

...oder Wasser, je nachdem erstreckt sich an der Küste zwischen Emden und Cuxhaven. Hier befindet sich die ausgedehnte Zone des Wattenmeeres mit den sieben, der Küste vor gelagerten Ostfriesischen Inseln:

  • Borkum
  • Juist
  • Norderney
  • Baltrum
  • Langeoog
  • Spiekeroog
  • Wangerooge


Betrachtet man eine Landkarte, dann sieht es fast so aus, als könne man die vor der Küste liegenden Inseln bei Ebbe zu Fuß erreichen. Dieses bei Ebbe trocken fallende Land wird Wattenmeer genannt. Es ist eine ursprüngliche, lebendige Landschaft, auch wenn das auf den ersten Blick nicht unbedingt so aussieht. Wer gerne eine Wattwanderung unternehmen möchte, sollte das auf keinen Fall auf eigene Faust tun. Zu gefährlich! Auf jeder Insel gibt es Wattführer, denen man sich anvertrauen kann und die einem zudem auch noch Wissenswertes über das Watt vermitteln.

Es führen keine geraden Wege durch das Watt. Man muss schon sehr vertraut sein mit dem Verlauf der reißenden Priele, die selbst bei Ebbe noch unter Wasser stehen.

Die Gezeiten werden auch Tiden genannt. Innerhalb von 12 ½ Stunden steigt das Wasser an der Küste (Flut) und fällt wieder (Ebbe). Der Tidenhub beträgt an der Nordseeküste durchschnittlich 2,5 Meter. Bei Sturm kann sich das jedoch mächtig steigern. Bei einer Sturmflut 1962 wurde am Pegel Norderney eine Wasserhöhe von 4,12 Meter über Normal-Null gemessen.
Die Ostfriesischen Inseln sind übrigens nie ein Teil des Festlandes gewesen. Sie bestehen aus Sand, der abgelagert wurde. Sie sind auch heute noch den Kräften des Meeres und der Winde ausgesetzt, die meisten von ihnen werden im Westen ständig abgetragen und im Osten wachsen sie durch neue Anlandungen.

Borkum ist die westlichste und mit 35 km² die Größte der Inseln. Auf Borkum finden sich viele seltene Pflanzen und Vogelarten. Über Wale in der Nordsee erzählt der Walknochenzaun auf Borkum.

Juist ist nur 500 Meter breit, aber das macht die Insel durch ihre Länge wett. Sie ist mit 17 km Länge die längste der Inseln. Der im Westteil der Insel gelegene Hammersee ist ein Süßwassersee, den man auf Sandwegen, die nur zu Fuß passierbar sind, erreicht. Westlich vom Hammersee befindet sich die über 20 Meter hohe Augustendüne und eine Vogelkolonie. Juist ist für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Sehr angenehm!

Auf Norderney ist Autoverkehr in beschränktem Umfang erlaubt. Besonders sehenswert sind hier die ausgedehnten Dünengebiete. Beim Durchwandern aber bitte auf den Wegen bleiben! Noch eine Besonderheit sind die 3 kleinen Wäldchen. Eine Rarität auf den Inseln. Norderney hat eine Fläche von 24 km² und ist die zweitgrößte der Inseln.

Auf Baltrum gibt es auch keine Autos. Baltrum ist die kleinste Insel (3 km²). Am Nordrand des Ostdorfes befindet sich eine 15 Meter hohe Aussichtsdüne, von der aus man einen tollen Blick auf die Nachbarinseln (Norderney und Langeoog) und die Nordsee hat.

Die Verkehrsmittel auf Langeoog sind Pferdekutschen und Fahrräder, Kfz-Verkehr ist verboten. Langeoog ist bei Sturmfluten immer wieder stark beschädigt worden. Flinthörn an der Südwestspitze der Insel ist ein Gebiet, das einen Besuch lohnt. Es besteht aus zahlreichen, vom Wind zusammengetragenen Dünen, die das Marschland der Insel wie ein Wellenbrecher vor dem Ansturm der Nordsee schützen.

Spiekeroog hat eine Fläche von 17,4 km². Alle Teile der Insel lassen sich bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Auf den Wiesen an der Wattenmeerseite befinden sich mehrere Vogelkolonien mit zum Teilseltenen Arten. Die Wattwiesen sollten jedoch bis zum Mittsommer wegen der brütenden Vögel nicht betreten werden. Auch Spiekeroog besitzt ein kleines Wäldchen.

Wangerooge ist die östlichste der Inseln (4,7 km²). Besonders empfehlenswert ist hier eine Wanderung über die Deiche, die das Marschland der Insel schützen. Hier befinden sich auch die Vogelschutzgebiete Wangerooges.

Außer den Inseln ist auch noch das Gebiet „Schwimmendes Moor“ sehenswert. Es liegt bei Sehestedt (Jadebusen) und ist in seiner Art einmalig in Europa. Im schwimmenden Moor gedeihen ca. 200 verschiedene Pflanzenarten. Von Sehestedt aus finden Führungen durch das Moor statt.

Allen Inseln gemeinsam ist die Freundlichkeit der Gastgeber und für Kinder sind sie ein riesengroßer, meist autofreier Sandspielplatz.

Gerade im Herbst, wenn die See rauer wird und die ersten Stürme einsetzen, ist ein Aufenthalt dort sehr erholsam.
Man kann sich bei langen Spaziergängen mal wieder richtig „die Lunge durchpusten“ lassen und dann anschließend bei einem feinen Ostfriesen-Tee mit knisternden Kluntjes oder auch mit leckerem Grog den Tag ausklingen lassen.

 
 
©andrea lutz 1999 - 2006