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Querbeet: Mein Bericht zum Thema Banane


Am Anfang war die Banane

Muss die Schöpfungsgeschichte neu geschrieben werden?

Diese ketzerische Frage stellte sich mir, als ich bei meinen Recherchen zum Thema Banane auf die Behauptung stieß, das es Bananenblätter waren, mit denen sich Adam und Eva bei ihrer Vertreibung aus dem Paradies bedeckten. Verständlich, wenn man die Ausmaße eines Bananenblattes mit denen des Feigenblatts vergleicht. Musa paradisiaca nannte Carl von Linné die Pflanze. Die paradiesische Muse - war sie die Muse von Adam oder von Eva? Mensch Carl, alter Schwede! War die verbotene Frucht dann etwa diese Frucht, was ist mit dem Apfel? (Der könnte natürlich auch eine Tomate (Paradiesapfel) gewesen sein, aber die Tomate ist ein anderes Thema und wurde von mir schon ausführlich behandelt). Also wenden wir uns wieder dem eigentlichen Thema dieses Berichtes zu, der

Banane

Die bei uns nicht so häufig im Handel zu findende Kochbanane, sozusagen die Urmutter aller Bananen ist auch ein uraltes Gewächs und wurde schon vor mehr als 3000 Jahren auf dem indischen Subkontinent kultiviert. Nach Europa gelangte die Frucht allerdings erst viel, viel später. Marco Polo hatte zwar auch schon „Bananenkontakt“, aber noch wurde die Banane nicht in andere Länder exportiert, das geschah erst Jahrhunderte später, als Bananenpflanzen von spanischen und portugiesischen Seefahrern mit nach good old Europe gebracht wurden.

 


Fakt ist, das die Banane aber immer noch nur dort gegessen wurden konnte, wo sie auch wuchs. Und zum Wachsen benötigt sie feuchtwarmes Tropenklima. Mit Aufkommen der Gewächshäuser und fürstlichen Orangerien wurde sie dann auch in Deutschland mit mäßigem Erfolg angebaut. Das „gemeine Volk“ jedoch hatte immer noch nichts davon.
Zuerst musste das Kühlschiff erfunden werden, und ab da war


Alles Banane

Bananen enthalten sehr viel Magnesium, Kalium, Vitamin H (Biotin), Folsäure und Vitamine der B-Gruppe. Also ein äußerst gesundes Früchtchen! Die Banane enthält zwar jede Menge Kohlehydrate, ist aber arm an Kalorien und zu Unrecht als Dickmacher verschrieen.

Wachsen tut die Banane an Stauden, die eine enorme Größe erreichen können und deshalb auch oft als Bananenpalmen bezeichnet werden. Das ist botanisch gesehen falsch. Sie ist eine Staudenpflanze, gehört biologisch korrekt zu den Kräutern und ist übrigens auch mit Ingwer verwandt.

Außer den süßen Bananen, die roh gegessen werden können gibt es die Koch- oder Mehlbananen, die, wie schon der Name sagt, gekocht werden und roh ungenießbar sind.

Die Banane ist eine Pflanze, die vielseitig genutzt werden kann. Die Frucht wird roh oder in vielerlei Zubereitungen gegessen, in Indien wird das Innere der Staude, das „Herz“ gegessen. Es gibt Bananenbier (Pombe), in dessen Genuss ich bisher allerdings noch nicht gekommen bin. Bei unseren belgischen Nachbarn ist das sicher öfter der Fall, haben sie doch ein Faible für exotische Biersorten. Auf den Blättern (die großen können bis zu sechs Metern lang werden) wird in Südostasien das zubereitete Gericht auch gleich gegessen. Es werden Seile und Papier aus den Blattfasern produziert und so mancher Bananenwedel verwandelt einen Bretterverschlag in ein schattiges Häuschen.

Ihr seht also, die Überschrift stimmt: Alles Banane!


Banane zu Hause?

Zumindest kleinere Pflanzen (ohne Früchte) kann man ganzjährig beim Gärtner oder in fast jedem Bau-/Gartenmarkt erwerben. Ich hatte auch mal ein Bananenbäumchen, eine Coccinea (Zierbanane) welches ich für damals 10,00 DM bei Hornbach gekauft habe. (Den Namen weiß ich noch, weil das Kärtchen mit der Bezeichnung immer im Topf steckte.) Obwohl ich mich genau an die Pflegeanleitung gehalten habe, überlebte die Pflanze bei mir nur ca. 3 Jahre, wurde aber immerhin einen Meter hoch.
Dabei ist sie an sich recht pflegeleicht: Keine pralle Sonne, regelmäßig gießen aber zwischendurch die Oberseite der Erde immer etwas antrocknen lassen. Wenn es sehr trocken ist, die großen Blätter durchaus auch mal mit einem Zerstäuber besprengen.

Man kann einen Bananenbaum auch aus Samen ziehen. Hierbei handelt es sich aber um eine „echte“ und keine Zierbanane. Die Samen können nicht sofort gesäat werden, sondern werden erst mal für einen Tag in lauwarmes Wasser gelegt.
Die Aussaat erfolgt, indem ihr in einen Topf ganz normale Blumentopferde gebt, der ihr zuvor etwas Sand beigemischt habt. Ein Samenkorn pro Topf ca. einen halben Zentimeter tief geben, mit Erde bedecken und ganz normal, wie oben beschrieben gießen. Die Anzucht aber bitte zunächst im Zimmer durchführen. Ihr erhaltet mit der Zeit eine richtig schöne Staude, die ihr dann auch ins Freie stellen könnt. Wenn die Pflanze so 50 cm hoch ist, in einen größeren Topf umpflanzen. Je größer der Topf, desto größer wird auch die Bananenstaude.

Im Freien soll sie hell stehen, aber auch nicht unbedingt in der prallen Sonne. Da die Staude frostempfindlich ist, heißt es auch hier: Aufpassen! Am besten lasst ihr sie an einem hellen Ort, der im Winter nicht geheizt wird, überwintern. Der Winter ist die Ruhezeit, nur soviel gießen, das die Erde nicht ganz austrocknet.

Noch besser ist es natürlich wenn ihr einen Wintergarten habt. Da kann sie das ganze Jahr über stehen bleiben und die stattliche Größe von über 2 Metern erreichen. Diese Tipps habe ich von meiner Freundin Gabriele, die sowohl eine Bananenstaude, als auch einen Wintergarten ihr eigen nennt, und deren Banane schon einige Jahre durchhält. Übrigens können die Pflanzen im ersten Jahr bis zu einem Meter hoch werden. Anschließend wachsen sie langsamer in die Höhe, eher in die Breite, weil sich mittig die neuen Blätter entwickeln.
Ob ihr allerdings jemals Bananen ernten könnt, kann ich nicht sagen, auch Gabrieles Staude, die nun schon einige Jährchen "auf dem Stamm" hat, macht noch keine Anstalten Früchte zu tragen.


Warum ist die Banane krumm?

Die Bananenblüte hat lange Blätter, die die heranwachsende Frucht anfangs umschließen. Sobald diese Blätter abfallen, recken sich die Früchte nach oben, dem Licht entgegen. Dadurch entsteht die typische Bananenform.


Apfelbananen

So, hier könnte die Antwort auf die Frage stehen, die ich am Anfang dieses Berichtes gestellt habe:
Ja, es gibt sie, die Apfelbanane. Sie ist klein (höchstend 10 cm lang), hat eine dünnere Schale als die uns bekannten Früchte und schmeckt doch tatsächlich nach Apfel.
Vielleicht ist bei der Übersetzung des alten Testamentes einfach nur der zweite Teil des Wortes, nämlich Banane, weggefallen?
Eigentlich ist in der Bibel ja auch nur die Rede von "den Früchten des Baumes in der Mitte des Gartens"....
Wieso hält sich dann der Apfel ständig im Sprachgebrauch, wenn von der verbotenen Frucht die Rede ist?
Antworten erbitte ich in mein Gästebuch oder noch besser als Kommentar...........


Sonst noch was?

Ja, ein paar kurze Rezepte, wie immer selbst erprobt und für gut befunden möchte ich Euch noch aufschreiben.

Banane aufs Brot:Bananen sind ein leckerer, süßer oder auch pikanter Brotbelag. Hier kommt es außer der Banane auf das „Zubehör“ an.
Brot mit Nuß-Nougat-Creme bestreichen und mit Bananenscheiben belegen.
Toast mit Frischkäse bestreichen, mit Bananenscheiben belegen und mit Curry bestreuen (hört sich vielleicht komisch an, schmeckt aber).
Auf ein Honig-Brötchen Bananenscheiben legen und mit geröstetem Sesamsamen bestreuen.

Feste Bananen in Semmelbröseln wenden und in heißem Fritierfett ausbacken. Schmeckt sehr lecker zu Eis. Überhaupt sind gebratene Bananen ein leckerer und den Magen füllender Nachtisch.


Die Banane und die Medien

Software: Da fällt mir als Erstes und Einziges die Finanzbuchhaltung per Mausklick, die Banana Buchhaltung ein.

Auch im Film kommen die Bananen groß raus:
Bud Spencer = „Banana Joe“
Otto's Ottifanten – „Ausgerechnet Bananen“!
Und natürlich die „Bananas In Pyjamas“.

Bücher wurden ihnen gewidmet:
„Banana Fish” von Akimi Yoshida,
“Bananen für Brüssel“ (Autor weiß ich nicht)
Hademar Bankhofer schreibt über: „Gesund und glücklich mit Bananen“.
Von Ferreira Gullar werden wir mit der Bananenprosa bekannt gemacht. Sein Gedichtband trägt den Titel: „Faule Bananen und andere Gedichte“.
Auch Helge Schneider befasst sich mit Obst: „Aprikose, Banane, Erdbeer“.

Für die Kiddys: „Lügen, Bis Sich die Bananen Biegen“ / Bernhard & Lück

Heiko Hansen betrachtet die Banane satirisch: „Meine Welt sind gelbe Bananen“.

....und besungen wurde und wird die Banane auch:

Schon in den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts trällerte man: „Ausgerechnet Bananen“. Harry Belafontes „Banana Boat Song“ kennt wohl jeder. France Gall besang mit „Zwei Apfelsinen im Haar und an der Hüfte Bananen trägt Rosita seit heut’ zu einem Kokosnusskleid....“ einen ganzen Obstsalat (Der Titel hieß „A Banda“).
Von Lucio Dalla: „Banana Republic“, Theatro Piccolo & Die Kollegen besangen „Ananas Bananas“.
Und natürlich dürfen wir Chris Rea nicht vergessen: „God'S Great Banana Skin“.
Allen, die jenseits der Grenzen Baden-Württembergs leben, werden Äffle & Pferdle und die Viechle Sound Band nicht viel sagen. Aber die Einheimischen kennen sicher noch den „Hafer und Bananen Blues“.
Das Neueste über die Banane liefern uns Deep Purple mit ihrer im Juni erscheindenden CD: „Bananas“.


Bananenmuseum

Und wem das alles immer noch nicht reicht:
In Sierksdorf gibt's Banane im Museum. Das erste deutsche Bananenmuseum hat hier seinen Sitz.
Ihr erkennt es gleich an der Wetterbanane auf dem Dach (Was dem Einen sein Hahn - ist dem Anderen seine Banane)!
Für alle, die erst mal einen virtuellen Besuch machen möchten: www.bananenmuseum.de


Noch was?

Eigentlich ist die Banane eine Beere?

So unglaublich es klingt, botanisch gesehen ist die Banane tatsächlich eine Beere. Stiel, Blütenansatz, Fruchtfleisch, alles stimmt, nur die Form ist doch etwas "aus der Art geschlagen"!

Und wenn ich schon bei "Noch was" bin: Einfrieren lassen sich Bananen auch recht gut. Ihr müsst sie nur vorher schälen und dann in Gefrierbeutel packen.




Nun ist aber endgültig Schluss mit Banane!

 
©andrea lutz 1999 - 2006