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Querbeet: Mein Bericht zum Thema Gelbe Rübe (Karotte)


Vom Gemüse bis zur Mode...

...reicht die Spannweite der Gelben Rübe. Warum? Da müsst Ihr schon weiter lesen...


Die Gelbe Rübe,

auch Möhre, Karotte, Mohrrübe genannt, ist eine der ältesten Nutzpflanzen im europäischen Raum und in unseren Breitengraden seit über 2000 Jahren bekannt. Sie stammt vermutlich aus Mittelasien und ist dort herangezüchtet worden.

Mittlerweile gibt es über 500 Sorten in verschiedenen Farben, wobei das typische karottenorange die Häufigste ist. In Deutschland fand die Karotte im 19. Jahrhundert ihre größte Verbreitung und ist seitdem aus unserer Küche, aber auch in der Heilkunde und Kosmetik nicht mehr wegzudenken.
Kartoffeln und Karotten sind die beliebtesten Wurzelgemüse in Deutschland. Das verwundert nicht, denn beide sind recht preiswert, vielseitig zu verwenden und das ganze Jahr über erhältlich.

 


Die Karotte besitzt eine große orangefarbene oder auch gelbe Wurzel. Manche, älteren Sorten sind auch fast lila oder purpurfarbig. Daher kommt übrigens auch der Name CAROTA = lat. gebrannt.
Die Wurzel kann sowohl kurz und gedrungen oder auch rund oder zylinderförmig und konisch sein. Die runden, kürzeren bezeichnet man in der Regel als Karotten, die anderen Bezeichnungen meinen die anderen Sorten.

In der Heilkunde wird die frische Wurzel verwendet, deren Farbe vom hohen Gehalt an Karotin herrührt, das der menschliche Körper in Provitamin A umsetzt. Außerdem enthält die Wurzel Zucker, und die Vitamine B1, B2, B5, B6, D und E, sowie Selen (wichig gegen die sogenannten "Freien Radikalen"), verschiedene Spurenelemente, Eiweißstoffe aber wenig Fettstoffe. Diese Fettstoffe sind wichtig, da die Vitamine der B-Gruppe fettlöslich sind. Deshalb sollte man auch in den Karottensaft oder Salat ein bisschen Öl oder Sahne geben, da sonst der Körper das Betacarotin ungenutzt wieder ausscheidet. Allzuviel Betacarotin ist allerdings nicht zu empfehlen!

Frische Karotten zerbrechen, wenn man sie umbiegt. Sollen sie zu Hause noch ein paar Tage gelagert werden, empfiehlt es sich, bei den Bundmöhren das Grün zu entfernen, da der "grüne Karottenpuschel" der Frucht Wasser entzieht. Die sogenannten Waschmöhren werden ohne Grün verkauft.

Die vielseitigen Inhaltsstoffe und Eigenschaften machen die Karotte zu einem wichtigen Nahrungsmittel, speziell in der
Vollwerternährung. Da sie als Wurzelgemüse aber auch viele Schadstoffe aufnehmen, kauft Euch wenn möglich in der Regel Gelberüben aus kontrolliert biologischem Anbau, auch wenn sie dort etwas teurer sind. Eure Gesundheit sollte Euch das wert sein!
 

Heilkunde

Umschläge aus frisch geraspelten Möhren lindern Hautreizungen und beschleunigen die Narbenbildung. Als Gesichtsmaske aufgetragen wirken sie erfrischend und nähren und straffen schlaffe, müde Haut. Die getrockneten Samen der Karotte wirken ähnlich wie die des Anis, stimulierend und Wasser treibend.


Was zu essen

Hier habe ich einige Rezepte mit Karotten für Euch, denn gerade im Frühling und Sommer trägt der hohe Karotingehalt der Frucht zum Schutz der Haut und zur Ankurbelung des natürlichen Bräunungsprozesses bei:

Italienischer Salat

Keine Ahnung, warum diese Creation "Italienischer Salat" heißt. Ich habe als Kind einige Sommer in Dänemark verbracht und dort gab es diesen Salat unter dieser Bezeichnung.
1 Glas Karotten (am Besten die runden) und Erbsen gemischt
1 Zwiebel
weißer Pfeffer, Salz
Salatmayonnaise
½ Bund Petersilie, fein geschnitten

Die Karotten und Erbsen über einem Sieb abtropfen lassen. Mayonnaise und Petersilie dazutun, mit Pfeffer und Salz abschmecken. Fertig.

Frittierte Karotten in Bierteig

Pro Person 250 g Karotten (diesmal die länglichen)
Erdnussöl zum Frittieren
Teig: ½ Bund Petersilie
400 g Weizenmehl
Salz, weißer Pfeffer
Geriebene Muskatnuss
500 ml Bier

Die Karotten in putzen und in ca. 4 cm lange Stücke schneiden. Anschließend in Salzwasser bissfest kochen.
Für den Teig die Petersilie putzen, waschen und fein hacken. Mit den anderen Zutaten gut verrühren und ca. 10 Minuten quellen lassen. Er darf nicht zu flüssig sein, evtl. noch etwas Mehl dazugeben.
In der Zwischenzeit das Erdnussöl in einer hohen Pfanne erhitzen. Die Karotten portionsweise in den Teig tauchen, abtropfen lassen und 3-4 Minuten frittieren.

Karottenrösti

500 g Karotten
100 g Sojasprossen
Salz, Pfeffer
Evtl. 1 Ei
Kokosfett

Die Karotten fein raspeln und mit den Sojasprossen mischen, mit Salz und Pfeffer würzen. Wenn die Gemüsemischung nicht genügend zusammenhält ein Ei hinzufügen.
Das Fett erhitzen. Aus dem Karottengemisch kleine Pfannkuchen formen und im heißen Fett ausbacken.

Karottensuppe

1 kg Karotten
250 g mehlig kochende Kartoffeln
3 El Butter
Salz, weißer Pfeffer, Zucker
500 ml Gemüsebrühe
250 ml Sekt
125 g süße Sahne
etwas Dill

Die Möhren putzen. Die Kartoffeln schälen und beides in Würfel schneiden. Die Butter erhitzen und die Karotten und Kartoffelwürfel darin dünsten. Das Gemüse mit Pfeffer, Salz und Zucker würzen und die Gemüsebrühe dazugießen. Alles ca. 30 Minuten bei mittlerer Hitze garen.
Nach Ende der Garzeit Karotten und Kartoffeln pürieren und den Sekt dazugießen. Die Sahne steif schlagen und vorsichtig darunter ziehen (es sollte nicht zuviel von der Kohlensäure entweichen).
Die Suppe nochmals abschmecken und mit dem Dill garnieren.

Let's schmeck!


Die Karotte und die Mode

Karottenhosen kennt wohl jeder, die in den 80er Jahren aufgekommene Hosenform, welche damals als ungemein kleidsam galt, aber heute (zum Glück) wieder out ist.
Weniger bekannt ist, das es am Englischen Hof des Mittelalters bei den Damen Mode war, Karottenkraut als Haarschmuck zu verwenden.
Karottenrot als Haarfarbe kam in den 70er Jahren auf. Die Farbe wurde durch die Verwendung von Henna erzielt und bewirkte vor allem auf ehemals blonden Schöpfen, ein knalliges orange oder eben karottenrot.


Europaweit

im Rahmen der EU gilt die Verordnung (EG) Nr. 730/1999 der Kommission vom 7. April 1999 zur Festsetzung der Vermarktungsnorm fuer Moehren/Karotten (Quelle: Amtsblatt Nr. L 093 vom 08/04/1999 S. 0014 - 0019)Zitat Anfang:
Karotten werden in drei Qualitätsklassen sortiert: Klasse Extra mit gewaschenen Möhren/Karotten von höchster Qualität, Klasse I mit Möhren/Karotten von guter Qualität und typischem Aussehen sowie Klasse II mit Möhren/Karotten, die die geforderten Mindestbedingungen erfüllen.
Die Größe wird nach dem größten Querdurchmesser oder nach dem Gewicht der Möhre/Karotte ohne Kraut bestimmt. Zur Einlagerung geeignete Möhren/Karotten müssen einen Mindestquerdurchmesser von 20 mm oder ein Mindestgewicht von 50 g aufweisen. In der Klasse Extra gilt ein Höchstquerdurchmesser von 45 mm und ein Höchstgewicht von 200g und müssen die Karotten/Möhren auf 20 mm oder 150 g sortiert sein. In der Klasse I müssen Karotten/möhren auf 30 mm oder 200 g genau sortiert sein, in der Klasse II müssen die Mindestgrößen gegeben sein. Zitat Ende.

So, das war's jetzt. Ein kurzer und hoffentlich kurzweiliger Abriss über die Gelbe Rübe.

Ich wünsche Euch fröhliches knabbern!

 

 
©andrea lutz 1999 - 2006