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Querbeet: Mein Bericht zum Thema Tomate


Früchtchen mit Vergangenheit

Was bei uns unter dem gebräuchlichen Namen TOMATE auf den Tisch kommt, ist ein „Früchtchen mit Vergangenheit“.

Ursprünglich stammt die Frucht aus Südamerika. Bei den Azteken galt sie als Heil-, aber auch als Nutzpflanze. Die spanischen Eroberer brachten sie, wie übrigens auch die Kartoffel und die Kakaobohne um die Mitte des 16. Jahrhunderts nach Europa. Der damalige Name war: TOMATL. Zunächst wurden die Tomatl als Zierpflanze angebaut. Erst nach und nach erkannte man, das sie essbar sind und zudem auch noch gut schmecken. In der Heilkunst wurden sie schon früher verwendet. In Frankreich galten sie als Liebeszauber, daher rührt wahrscheinlich auch der Name: POMME d’ AMOUR oder zu deutsch: LIEBESAPFEL. Die erste in Europa bekannte Tomatensorte hatte eine gelbe Farbe. Der heute noch gebräuchliche italienische Name POMODORO oder Pom d’ Oro, Goldapfel weist darauf hin. Und klingt nicht auch der Name PARADIESAPFEL wunderschön?

 

Die Tomate ist ein Nachtschattengewächs und ihr botanischer Name lautet: Lycopersicon esculentum

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Tomate weit verbreitet und ist in vielen Ländern und vor allem auf vielen Speisekarten anzutreffen. Was wäre die American-Food-Kultur ohne Ketchup, Italien ohne Tomatensoße? Und wo stünde die Niederländische Wirtschaft ohne kilometerlange Felder mit Gewächshäusern in deren Innerem die holländische Treibhaustomate heranreift?

Zudem ist die Tomate eine recht anspruchslose Pflanze, die sich auch leicht im Blumentopf auf dem Balkon heranziehen lässt.

Auch in diesem Bericht natürlich der Abschnitt für die Inhaltsstoffefanatiker:100 g Tomaten haben einen Brennwert von 90 kj, sie enthalten etwa 90 g Wasser (die holländischen sicher mehr), 4,6 g Kohlenhydrate, 1,1 g Ballaststoffe, 0,8 g Eiweiß, 0,25 g Fett. Außerdem 5 mg Kalzium, 0,4 mg Eisen, 9 mg Natrium, 62 mg Vitamin A und ca. 19 mg Vitamin C.

Hört sich ganz schön gesund an und das sind sie auch. Ich weiß nicht mehr genau wo, ich habe gelesen Tomaten seien (durch den enthaltenen Farbstoff Lycopin, wobei die Wirkung erst nach dem Erhitzen der Früchte seine volle Schutzwirkung entfaltet) das gesündeste Gemüse (bisher dachte ich immer, das sei Brokkoli), aber sei’s drum, das hat mich veranlasst, mal in meinen Rezepten zu kramen, weil..... was macht man normalerweise mit Tomaten? Salat oder Tomatensauce, u. U. noch selbst gemachtes Ketchup und das war’s dann meistens auch schon. Wobei wir jetzt guten Gewissens sagen können: Ketchup ist (wenn es frisch und ohne viel Zucker zubereitet wird), gesund!

Aber es gibt doch noch soviel mehr außer Soße und Ketchup. Probiert doch mal Tomaten in „meinem Outfit“.

Grüne Tomaten mit Sellerie

2,5 kg (unreife) grüne Tomaten
20 g Salz
ein gut eingeschenkter Liter Weißweinessig
175 g Zucker
18 Pfefferkörner
2 Tl getrocknetes Basilikum (bei frischem Basilikum entsprechend mehr nehmen)
200 g Zwiebeln
200 g Sellerie

Tomaten waschen und rundherum einstechen. Mit Salz bestreut über Nacht zugedeckt ziehen lassen. Die entstandene Flüssigkeit abgießen und mit Wasser zu einem ¾ Liter auffüllen. Mit Essig, Zucker, Pfefferkörnern und Basilikum aufkochen. Tomaten mit Zwiebelscheiben und Selleriestreifen in Gläser schichten (man braucht 9 Gläser á ½ Liter).
Mit dem Sud übergießen, verschließen und auf 80 Grad erhitzen. 15 Minuten pasteurisieren. Man kann diese eingelegte Köstlichkeit ca. ½ Jahr aufheben.

Tomaten mit Paprikaschoten

(3 Gläser á 1 Liter)
600 g grüne Paprikaschoten
750 g Tomaten
2 El Salz
500 g Zwiebeln
200 g Sellerieknolle
¾ l Kräuteressig
150 g Zucker
3 Lorbeerblätter
pro Glas 4 Pfefferkörner

Paprikaschoten putzen, waschen und in Stücke schneiden. Tomaten waschen und mehrere Male einstechen. Mit Paprika in eine Schüssel schichten. Salz darüber streuen und über Nacht stehen lassen. Abgießen und die Flüssigkeit mit Wasser zu einem halben Liter auffüllen. Zwiebelscheiben zusammen mit den Selleriestreifen 10 Min im Gemüsewasser garen. Abtropfen lassen und die Flüssigkeit aufheben. Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Sellerie in die Gläser schichten. Den Essig mit dem Gemüsewasser, Zucker, Lorbeerblättern und Pfefferkörnern aufkochen. Heiß über das Gemüse gießen. Am folgenden Tag die Flüssigkeit abgießen, aufkochen und wieder heiß über das Gemüse gießen. Die Gläser sofort verschließen und erst mal 3 Wochen stehen lassen. Auch dieses Gemüse ist etwa ½ Jahr haltbar.

Grüne Tomatenmarmelade

1 kg (unreife) grüne Tomaten
1 kg Gelierzucker
3 eingelegte Ingwerknollen
2 El. Ingwersirup
3 Gewürznelken

Die Tomaten waschen und in Streifen schneiden. Mit Gelierzucker, gewürfelten Ingwerknollen, Ingwersirup und den Gewürznelken mischen.
24 Stunden ziehen lassen. Unter rühren aufkochen und vier Minuten sprudelnd kochen lassen. Die Gewürznelken herausfischen und die Marmelade heiß in vorbereitete Gläser (reicht für ca. 3 Gläser mit je ½ l Inhalt).
Aufheben kann man die Marmelade ca. ½ Jahr.

Zugegeben, die grüne Tomatenmarmelade ist sich er nicht jedermanns Geschmack. Aber da hilft nur eins: Ausprobieren, vielleicht mal mit der halben Menge Zutaten.

Grüne Tomaten mit Sellerie und die Tomaten mit Paprikaschoten sind eine feine Beilage zu Gegrilltem, schmecken aber auch zu Bratkartoffeln, zum Butterbrot oder einfach nur so.

Mahlzeit!
 
©andrea lutz 1999 - 2006