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Tiergedichte - Sprüche - Aphorismen


Tierische Lyrik I

  Tierische Lyrik II

Das verlorene Paradies

Ich war da.....
...spricht der Fisch,

ich durchzog die Meere, dicht unter der Oberfläche
bis hinunter in die tiefsten Tiefen
in die DU Mensch noch nie vorgedrungen bist.
Mein war die Stille der See,
mein war das Spiel mit den Wellen,
kein Öl erstickte mich,
kein Netz raubte mir meine Freiheit,
bis DU kamst,
da begann das Wasser zu sterben.

Ich war da...
...singt die Amsel.

Ich und meine gefiederten Geschwister
durchzogen die Lüfte
bis hinauf in die höchsten Höhen.
Mein war die Luft und der Wind,
kein Käfig hinderte meine Freiheit,
kein Gift trübte meinen Himmel,
bis DU kamst,
da begann das Blau der Lüfte zu sterben.

Und ich war da...
...maunzt die Katze.

Meine Vorfahren durchstreiften die Savannen und Wüsten
in allen Kontinenten,
lange bevor DU kamst
und unsere Kinder erschlugst
uns einsperrtest und deine Gifte an uns erprobtest.
Ich auch, bellt der Hund
Auch ich war frei, meine Ahnen im Rudel geborgen,
bis DU kamst und nur ein toter Wolf ein guter Wolf war,
du hast uns gezähmt, benutzt, ausgenutzt,
keine Leine, keine Kette und kein Käfig
nahm uns unsere Freiheit,
bis DU kamst,
da begann die Freiheit zu sterben.

Ich war zuerst da...
...flüstert der Baum.





Ich war da und machte mir das Land untertan.
Meine Wurzeln festigten die frische Erde.
Meine Äste ragten hoch in das Himmelsblau,
frischer Regen nässte meine Blätter
und ich trank ihn und erblühte jedes Jahr aufs Neue,
bis DU meine Brüder und Schwestern mit deinem Gift umgabst,
und jeden Tag Tausende von uns mordest.
Jahraus, Jahrein.

Als DU kamst,
da begann das Paradies zu sterben.

-Andrea Lutz-

Kragenbaer


 

Kleines Raubtier

wie viel Sonne brachtest du in unser Leben
mein kleines Raubtier
wie viel Trost spendete dein Schnurren
mein kleines Raubtier
wie viel Wärme gab dein kleiner Körper
mein kleines Raubtier
wie viel Liebe konntest du nicht mehr geben
mein kleines Raubtier

doch dann kam ein größeres Raubtier
das größte Raubtier das es gibt
du hast dich nie vor ihm gefürchtet
mutiges kleines Katerraubtier.
Doch das große Raubtier raubte dir dein Leben.

Ich hoffe, es gibt ein Paradies für kleine Raubtiere.

-Andrea Lutz-


Natur

...Deine Schnurrbarthaare kitzeln mein Genick
und deine Zärtlichkeit meine Katze, ist ohnegleichen.

Du, mein Hund bist die personifizierte Freude auf vier Pfoten
und nicht nur deswegen liebe ich dich.

Du, Baum vor meinem Fenster spendest mir Schatten
und wenn der Wind durch deine Zweige rauscht, sprichst du mit mir...

-Andrea Lutz-


 

 

"Wie? Sie bedauern den Tod eines Seehundes?
Ausrotten müsste man diese Tiere.
Glauben Sie etwa, sie seien nützlich?
Sie sind die ärgsten Fischräuber, die es gibt, ganz schädliche und unnütze Geschöpfe!"

Ich dachte an die feuchten dunklen Augen der gutmütigen Tiere und sie erschienen mir weit liebenswerter als diese Anschauungen eines Pedanten, dem sich sein eigenes grenzenloses Räubertum als Mensch so ganz und gar von selbst verstand.

-Christian Morgenstern-

 

(c)andrea lutz 1999 - 2006